Artikel: Warum der Deal in Höhle der Löwen platzte.

Warum der Deal in Höhle der Löwen platzte.
Khroom bei „Die Höhle der Löwen" – Kurzfassung:
Angebot: 350.000 € für 8 % Firmenanteile
Ergebnis: Alle 5 Löwen wollten investieren – Bieterkrieg in der Show
Deal: Handschlag mit Carsten Maschmeyer und Tillman Schulz
Warum er platzte: Extrem einseitiger Vertrag – mündliche Zusagen wurden nicht schriftlich festgehalten, 5 % Umsatzbeteiligung ab Tag 1, keine garantierte Einzelhandels-Platzierung
Der Tag der Aufzeichnung
Am 4. Mai 2023 fuhren wir nach Köln zur Aufzeichnung von „Die Höhle der Löwen". Frühe Anreise aus München, wenig Schlaf, viel Aufregung. Bei der Ankunft wurden wir sofort in den Ablauf eingebunden: Probe-Pitch vor dem VOX-Team, Feedback, Interview, Generalprobe.
Die VOX-Mitarbeiter waren professionell und hilfreich. Sie stellten kritische Fragen, die uns auf die Löwen vorbereiteten. Nach mehreren Durchläufen war klar: Wir waren bereit.
Der Pitch – und warum alle 5 Löwen wollten
Vor den Augen von Carsten Maschmeyer, Tillman Schulz, Dagmar Wöhrl, Janna Ensthaler und Ralf Dümmel präsentierten wir Khroom und unsere Schnorchelmasken. Unser Angebot: 350.000 € für 8 % der Firmenanteile.
Die Reaktion übertraf alles, was wir erwartet hatten. Es entstand ein echter Bieterkrieg – mehrere Löwen machten Gegenangebote, die über unsere ursprüngliche Forderung hinausgingen. Insgesamt wollten alle fünf Investoren einsteigen.
Was in der Show passierte
Am Ende entschieden wir uns für das Angebot von Carsten Maschmeyer und Tillman Schulz. Es war nicht nur finanziell attraktiv, sondern beide versprachen mündlich, uns in den stationären Einzelhandel zu bringen. Die Kontakte zu Aldi, Lidl und anderen großen Ketten seien vorhanden.
Handschlag, Umarmung, Konfetti. In der Show sah es nach einem perfekten Deal aus.
▶ Der Moment, in dem alle 5 Löwen investieren wollten – der Khroom-Gründer in der Höhle der Löwen
Warum der Deal wirklich platzte
Nach der Aufzeichnung folgten Wochen der Vertragsverhandlungen. Und hier wurde es problematisch. Der Vertrag, den wir erhielten, hatte mit dem mündlich besprochenen Deal wenig gemeinsam.
5 % vom Umsatz – ab Tag 1
Im Vertrag war eine Umsatzbeteiligung von 5 % vorgesehen – nicht vom Gewinn, sondern direkt vom Bruttoumsatz. Und diese Abgabe wäre sofort nach Vertragsunterzeichnung fällig gewesen – ohne dass die Investoren bis dahin irgendeinen Beitrag geleistet hätten.
Zur Einordnung: 5 % vom Umsatz ist in den meisten Branchen eine extrem hohe Beteiligung. Bei einem E-Commerce-Unternehmen mit den üblichen Margen kann das den gesamten Gewinn auffressen.
Mündliche Zusagen – nicht im Vertrag
In der Show wurde uns mündlich zugesichert, dass wir in den Einzelhandel bei Aldi, Lidl und anderen Ketten gebracht werden. Die Kontakte seien da, die Erfahrung auch.
Im Vertrag: Keine einzige Zeile dazu. Keine Zusicherung, keine Verpflichtung, kein Zeitrahmen. Mündliche Versprechen sind juristisch schwer durchsetzbar – und genau darauf konnten wir uns nicht verlassen.
Extrem einseitiger Vertrag
Die Entscheidung war schmerzhaft. Wir hatten monatelang auf diesen Moment hingearbeitet. Aber am Ende war klar: Kein Deal ist besser als ein schlechter Deal.
Was wir daraus gelernt haben
Lektion 1: Mündliche Zusagen sind wertlos
Was nicht im Vertrag steht, existiert nicht. Egal wie überzeugend es in der Show klingt. Wenn ein Investor dir etwas verspricht, lass es aufschreiben – oder geh davon aus, dass es nicht passiert.
Lektion 2: Umsatzbeteiligung ≠ Gewinnbeteiligung
5 % vom Umsatz klingt nach wenig. Ist es nicht. In einem E-Commerce-Business mit 20–30 % Marge kann eine Umsatzbeteiligung den kompletten Gewinn auffressen. Immer genau nachrechnen.
Lektion 3: Ein „Nein" kann die bessere Entscheidung sein
Wir brauchten keinen Investor, um zu wachsen. Was wir wollten, war ein operativer Partner. Als klar wurde, dass der Vertrag das nicht hergab, war der Ausstieg die richtige Entscheidung – auch wenn er wehtat.
Nachtrag: Das Treffen mit Ralf Dümmel
Etwa ein Jahr nach der Aufzeichnung trafen wir Ralf Dümmel zufällig in München. Wir tauschten Telefonnummern aus und unterhielten uns offen über die Show und was danach passiert war.
Rückblickend bereuen wir, dass wir uns in der Show nicht für ihn entschieden haben. Aber die Wahrheit ist: Carsten Maschmeyer und Tillman Schulz hatten in der Verhandlung – die größtenteils herausgeschnitten wurde – deutlich mehr versprochen als die anderen Löwen. Am Ende haben genau diese Versprechen den Ausschlag gegeben.
Wo Khroom heute steht
Die „Höhle der Löwen" hat uns nicht gebrochen – im Gegenteil. Die Erfahrung hat uns härter und klüger gemacht. Und die Reichweite der Sendung hat uns Kunden gebracht, die bis heute bei uns kaufen.
Gründung von Khroom. Startkapital: Verkauf der eigenen Wohnung.
Seaview X wird Amazon-Bestseller.
Launch Seaview Kids – TÜV-geprüft nach DIN EN 136.
„Die Höhle der Löwen" – 5 von 5 Investoren wollen einsteigen. Deal platzt am Vertrag.
Launch Seaview Pro Plus mit Druckausgleich – eine Weltneuheit bei Vollgesichtsmasken.
Expansion nach Dubai (Amazon.ae) und über 1,6 Millionen verkaufte Produkte.
Heute sind wir in Europa, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv. Ohne Investor. Ohne Umsatzbeteiligung. Und ohne einen Vertrag, den wir bereuen.
Die Khroom Seaview Pro Plus ist die Weiterentwicklung dessen, was wir in der Höhle der Löwen gezeigt haben – mit integriertem Druckausgleich, SGS-geprüfter CO₂-Sicherheit und Schnellverschluss. Über 1,6 Millionen zufriedene Kunden vertrauen auf Khroom.
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