Apnoetauchen mit Schnorchelmaske

Apnoetauchen - Die Faszination dahinter

Mai 03, 2019

Das Apnoe-Tauchen (oder Freitauchen/Freediving) ist eine der am kontroversesten aber auch faszinierendsten Sportarten. Es geht darum, mit nur dem letzten Atemzug an der Wasseroberfläche in die Tiefen des Meeres hinabzutauchen – ohne Sauerstoffgerät! Eine der wichtigsten Fähigkeiten dabei ist die bewusste und kontrollierte Unterdrückung des Atemreizes. 
Eine faszinierende Sportart, deren Anhänger oft als adrenalinsüchtige Extremsportler dargestellt werden. Das wird allerdings in keinster Weise gerecht. Beim Apnoetauchen geht es hauptsächlich um Entspannung, die Konzentration auf den eigenen Körper und einfach um Spaß an der Sache.
Wichtig ist eine Ausbildung, denn das Training alleine reicht leider nicht. Außerdem gibt es auch zertifizierte Tauchschulen, wo du in mehreren Tagen, Kurse machen kannst. Bereits nach zwei Tagen, könntest du in der Lage sein bis zu 20 Meter tief zu tauchen und bis zu drei Minuten die Luft anzuhalten - ja es ist unglaublich!
In deiner Ausbildung bzw. In den Kursen lernst du etwas über den Tauchreflex, einem Schutzmechanismus, der bei allen lungenatmenden Lebewesen unter Wasser auftritt. Der Sauerstoffverbrauch wird auf die überlebenswichtigen Organe reduziert. Sich dieses Mechanismus bewusst zu sein, ist schon mal beruhigend.

Die Atemtechnik

Die richtige Atemtechnik ist entscheidend, um die Luft länger anhalten zu können und dies auch ohne Risiko zu tun.

Zwerchfellatmung für mehr O2

Um mehr Sauerstoff aufnehmen zu können wird geübt, mehr in den Bauch zu atmen und die Zwerchfellatmung zu aktivieren. In der Regel atmen wir nämlich zu flach und nur über den Brustkorb, daher ist es wichtig diese Atemtechnik zu üben und zu verinnerlichen. Der Bauch sollte sich beim Ausatmen Richtung Wirbelsäule bewegen und beim Einatmen in die entgegengesetzte Richtung, wobei der Bauch sich deutlich wölben sollte.

Langes Ausatmen für weniger CO2

Der natürlich Atemreiz, wird durch das steigende CO2 im Blut ausgelöst. Um den Atemreiz hinauszuzögern und das Kohlendioxid im Blut zu senken, wird daher nach jedem Einatmen länger ausgeatmet - Die verbrauchte Luft macht Platz für mehr Sauerstoff.
Gefahr erkennen und vermeiden
Als Apnoetaucher wird man Teil der Unterwasserwelt. Man stört die Meeresbewohner nicht durch Luftblasen. Zu schnell kann man in den Rausch der Tiefe verfallen und eigentlich gar nicht mehr nach oben kommen. Das ist eine Gefahr in diesem Sport. Durch das Training kann man recht schnell und recht tief gehen und will auch unten bleiben. Macht man sich zu spät auf den Weg nach oben, kann es zum Blackout kommen. Man verliert für Sekunden das Bewusstsein, kommt zu sich und fängt an zu atmen und kann dadurch ertrinken. Der O2-Gehalt im Blut sinkt, ebenso der CO2-Gehalt. Das niedrige CO2 im Blut sorgt zwar dafür, dass der Atemreiz später einsetzt, aber durch den ebenso niedrigen Sauerstoffgehalt fällt der Taucher in Ohnmacht, bevor dieser durch den Atemreiz gewarnt wird.

Tauche NIE alleine, sondern immer mit einem Partner! Dadurch verringert sich die Gefahr von Unfällen!

Um eine stabile mentale Ausgangssituation herzustellen, helfen Entspannungsübungen, sich auf die Atmung zu konzentrieren. Für die allgemeine körperliche Konstitution ist Yoga sehr gut geeignet. Beweglichkeit des Rumpfes und damit der Atemhilfsmuskulatur, zudem auch Atemübungen sind ein Bestandteil der Praktik. Meditation fördert das Bewusstsein und die Sensibilität für das Zusammenspiel von Körper und Geist. 

The Deep Blue

Das Abtauchen ins Nichts, das alle Sinne und Gedanken einnimmt. Ein Abtauchen auf ein Grundrauschen im Kopf. Das Herausnehmen von Geschwindigkeit. Alles läuft langsam und harmonisch ab. In der Tiefe herrscht keine Hektik, die sonst zu jeder Zeit auf uns im Alltag einprasselt. Das ist vielleicht der Grund, warum Apnoetauchen immer beliebter wird. 


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